Spielmacherin mit führungsqualitäten 2019 S.Ruez

Ich bin Sina, bin mittlerweile 20 Jahre alt, bin Schiedsrichterin im NFV Kreis Northeim-Einbeck... (es folgt das komplette Interview nach Veröffentlichung auf der Homepage von Fussball.de. Bitte habt noch ein wenig Geduld, vielen Dank.) 

 

 

 

 

Die Zahl der Schiedsrichter im Kreis Northeim-Einbeck nimmt seit Jahren stetig ab. Dies liegt zum einen daran, dass es immer weniger Anwärter gibt, so waren es im Jahr 2010 noch 22 Anwärter, 2018 aber nur noch 11. Der Höhepunkt war aber im März erreicht, als der Anwärterlehrgang ausfallen musste, da es lediglich eine Anmeldung gab. Zudem hören immer mehr Schiedsrichter bereits nach kurzer Zeit auf. Es stellt sich nun die Frage woran liegt das. Zunächst einmal ging die Entwicklung in den vergangenen Jahren immer mehr dahin, dass Schiedsrichter auf dem Fussballplatz wie „Freiwild“ behandelt werden. Besonders extrem fällt dieses im Jugendbereich auf. Dort beleidigen sich die Eltern am Spielfeldrand inzwischen gegenseitig und sobald der Schiedsrichter eine Entscheidung trifft, die ihnen nicht passt oder ihr Kind betrifft, wird dieser sofort ebenfalls angemeckert und beschimpft. Dies überträgt sich dann natürlich auch auf die Spieler, die gerade im Jugendbereich einfach nur Fussball spielen wollen. Aber was soll ein 14 jähriger schon machen, wenn die Eltern als vermeintliche Vorbilder ihm 70 Minuten lag zubrüllen, wie schlecht der Schiedsrichter ist und dass er überhaupt keine Ahnung hat. Dass sie selbst meist kaum bis gar keine Regelkenntnis besitzen, sehen dabei die Wenigsten. Nachdem Spiel wird dieses dann in den Medien fortgesetzt. Dort werden die Schiedsrichter nahezu grundsätzlich kritisiert und als Hauptgrund für verlorene Spiele ausgemacht. Verstärkt wird dieser Effekt insbesondere durch die sozialen Medien, ein Ort an dem jeder, teilweise anonym den Schiedsrichter an den Pranger stellen kann oder gar durch persönliche Nachrichten direkt angreifen kann. Oftmals wird vergessen, dass auch ein Schiedsrichter nur ein Mensch ist, der eventuell einfach mal einen schlechten Tag hatte. Dieser wird ihm aber nicht zugestanden. Der Schiedsrichter hat immer zu funktionieren und darf keine Fehler machen. Dabei spricht aber keiner von dem Stürmer, der vielleicht zehn Mal im Spiel vor dem leeren Tor stand und nicht getroffen hat. Dies wird wenn überhaupt thematisiert, lapidar beschönigt. Ein Schuldiger ist schließlich meist vor dem Spiel schon gefunden. Es kann ja schließlich auch nicht sein, das der Schiedsrichter, der alleine in der Kreisliga auf dem Platz steht, ein vermeintliches Abseitstor anerkannt hat, weil er es nicht besser sehen konnte. Wie bei Foulspielen auch, spielt hier die Perspektive und der Blickwinkel eine große Rolle. Wie leicht könnte man dieses Problem lösen, wenn wir doch nur genug Unparteiische hätten und somit auch die untersten Klassen mit Assistenten besetzen könnten. Noch bevor diese Argumente gegen einen Beginn der Schiedsrichtertätigkeit sprechen können, beginnen die Probleme in den eigenen Vereinen. Nachdem der KSO die Informationen zum Anwärterlehrgang losschickt, kommen häufig postwendend Fehlmeldungen einiger Vereine zurück, die es nicht annähernd für nötig erachten, bei der Schiedsrichtergewinnung mitzuwirken. Die Informationen werden nicht weitergegeben, geschweige denn Personen aktiv angesprochen. Viele Unparteiische beschweren sich zudem über die mangelnde Wertschätzung Ihrer Person und ihres Amtes. Auf dem Platz wird diese von vielen gar nicht mehr erwartet. Allerdings sind sie auch in ihren eigenen Vereinen oft auf einsamem Posten, ohne Bindung an das Vereinsleben, sofern sie nicht noch anderweitige Aktivitäten ausüben. Der Kreisschiedsrichterobmann Werner Dingenthal und der Kreisschiedsrichterlehrwart Robert Lorenz blicken mit großer Besorgnis auf diese Entwicklungen. So berichtet der KSO, dass es bereits Spiele gegeben hat, bei welchen, aufgrund von Engpässen, kein neutraler Schiedsrichter angesetzt werden konnte. Diese Zahl konnte bis jetzt nur so gering gehalten werden, da einige Schiedsrichter bereit sind, zwei Spiele pro Tag zu pfeifen. Sollte sich der Trend aber fortsetzen, so wird die Konsequenz sein, dass es bei einigen Spielen keine Schiedsrichteransetzung geben wird. Dabei wird unabhängig von der Spielklasse bei den Vereinen kein Spielleiter angesetzt, die selbst keine Schiedsrichter stellen. Dadurch soll eine Benachteiligung derer, die sich um die Aquirierung von Unparteiischen kümmern, vermieden werden. Dingenthal verweist zudem noch darauf, dass permanent neue Schiedsrichter ausgebildet werden müssen, da einige auf aufgrund von Veränderungen in ihrem Umfeld insbesondere Beruf und Studium aufhören oder wegen eines Wohnortwechsels nicht mehr zur Verfügung stehen. Leider scheuen sich aber immer noch viele davor, Verantwortung zu übernehmen oder sich in eine Gemeinschaft einzubringen. Sie lehnen es schlichtweg ab ein Ehrenamt zu übernehmen. Auf die Frage, ob die Strafen für Angriffe auf Unparteiische angehoben werden müssen, hat er eine klare Antwort. Sein Wunsch ist, dass die Strafen für Beleidigungen bei ca. 200€ beginnen. Bei körperlichen Attacken, sollte eine Platzsperre nicht unter einem Jahr verhängt werden. Eine Erhöhung der Strafen für fehlende Schiedsrichter im Verein sieht der KSO hingegen kritisch. Es könnte dann zu Abwerbungsversuchen durch große finanzstarke Vereine kommen, sodass die kleinen Vereine zwar Schiedsrichter ausbilden würden, selbst aber nichts davon hätten. Der KSL wünscht sich für den nächsten Anwärterlehrgang, der im August stattfindet, zahlreiche Anmeldungen. Dabei ist grundsätzlich jeder geeignet, der mindestens 14 Jahre alt ist, wobei wir auch erfahrene ehemalige Fussballspieler suchen, die sich häufig durch ihr enormes Spielverständnis und zahlreiche Erfahrungen auszeichnen. Nicht nur, aufgrund der stetig sinkenden Anzahl an Schiedsrichtern, sondern auch aufgrund der Altersstruktur im Schiedsrichterwesen ist es zwingend notwendig, dass auch die Vereine sich an der Gewinnung neuer Schiedsrichter beteiligen und nicht nur den einfachen Weg einer Fehlmeldung wählen. Schade ist es auch, dass dabei das Angebot des Schiedsrichterausschusses, Infoabende in den Vereinen abzuhalten, gar nicht genutzt wird. Führt man sich vor Augen, dass Helmut Söhnholz mit 77 Jahren in der abgelaufenen Spielzeit 86 Spiele und damit die meisten aller Schiedsrichter geleitet hat, kann man sich vorstellen, wie es um das Schiedsrichterwesen in den nächsten Jahren bestellt sein wird. Lorenz berichtet weiterhin, von dem attraktiven Angebot innerhalb der Schiedsrichtervereinigung. So wurde ein Stammtisch, zum Austausch der Referees untereinander, ins Leben gerufen. Weiterhin gibt es viele Veranstaltungen um die Gemeinschaft zu fördern und zu stärken. Die Jungschiedsrichter haben zudem ihre gesonderte Lehrveranstaltung und beim wöchentlichen Schiedsrichtertraining werden nicht nur die Erfahrungen der letzten Spielleitungen ausgetauscht sondern auch gemeinsam an der Fitness gearbeitet. Zudem findet eine gezielte Förderung des Einzelnen statt, wodurch die Aufstiegschancen im Schiedsrichterwesen deutlich höher sind als in der allgemeinen Fussballwelt. Abschließend bleibt nur zu sagen: Jeder aktive Sportler möchte am Wochenende Fussball spielen. Ohne Schiedsrichter geht es aber nicht, daher sollten alle in Zukunft wieder einen respektvolleren Umgang miteinander pflegen!

Ich wurde vom Bezirk Braunschweig für das diesjährige Bezirkspokalfinale 1. SC Göttingen 05 – SV Lengede am 10.06.2019 in Göttingen berücksichtigt. Meine Assistenten zu dem Spiel durfte ich mir aussuchen und wählte mein aktuelles Landesligagespann. Da Philipp jedoch nicht in Deutschland weilte, konnte ich Steffen für das Spiel gewinnen. Wir wählten die Anreise per Zug, da der Maschpark in Göttingen nah am Bahnhof gelegen ist. Dort angekommen erwarteten uns bereits 2 Busse vom SV Lengede. Nach kurzen Gesprächen mit Betreuern und Trainern beider Mannschaften und dem Sicherheitsdienst wärmten wir uns auf. Man merkte im Gespann, dass die Freude groß war, der Spaß stimmte! Kurz vor Spielbeginn bekamen wir die Info vom Spielausschuss, dass wir das Spiel mit 15 Minuten Verspätung beginnen sollten, da der Andrang am Eingang noch so groß war. Mit Betreten des Platzes stellten wir fest, dass mehr Zuschauer gekommen sind, als wir erwartet hatten. Über 750 Zuschauer fieberten schließlich dem Anstoß entgegen. Das Spiel startete in der 3. Minute direkt mit einem Tor des 1. SC Göttingen 05 – zuvor hatte ich im Mittelfeld bei einem Foul einen Vorteil laufen lassen, den Göttingen 05 gut umsetzte. In den Minuten danach versäumte es Göttingen 05 das zweite Tor zu erzielen. Der Trainer vom SV Lengede reagierte und brachte bereits nach 20 Minuten einen zweiten Stürmer. Diese Auswechselung sollte sich kurze Zeit später bezahlt machen. Der 1. SC Göttingen 05 bekam die beiden Stürmer nicht gut verteidigt und kassierte in 15 Minuten vier Tore. Mit 4:1 für den SV Lengede ging es in die Pause. Das Spiel war bis zu diesem Zeitpunkt von beiden Mannschaften sehr fair geführt. Mit der zweiten Halbzeit zeigte die Mannschaft aus Göttingen dann, wie schnell sie zurückschlagen konnte. Zwei Tore in 3 Minuten brachten den Anschluss. Ich stellte mich nun auf eine hitzige Partie ein, aber das Spiel blieb weiterhin fair. Göttingen schaffte es nicht seine Chancen zu nutzen. Das Spiel plätscherte vor sich hin. Kurz vor Schluss verletzte sich ein Spieler von Lengede am Kopf und musste 4 Minuten auf dem Platz behandelt werden. Ich zeigte dadurch auch 8 Minuten Nachspielzeit an – diese 8 Minuten sollten es in sich haben! Göttingen verpasste bei einer Ecke den Ausgleich, als ein Spieler frei vor dem Torwart mit seinem Schuss scheiterte. Der Ball wurde von Lengede geklärt, ein Spieler von Göttingen 05 konnte den Ball im Mittelfeld behaupten, wurde aber direkt von zwei Lengeder Spielern angegriffen und verlor den Ball. Der SV Lengede konterte sofort und ein Stürmer konnte nur noch per Foul im Strafraum gestoppt werden. Der SV Lengede erzielte mit dem Strafstoß das 5:3 – ich dachte, damit wäre das Spiel gelaufen. Es waren nur noch 6 Minuten der Nachspielzeit zu spielen. Direkt vom Anstoß drängte Göttingen 05 wieder auf das Tor. Nach einer Flanke brachte der Torwart einen Göttinger Spieler von zu Fall – Strafstoß und Anschluss auf 4:5. Neuer Gedanke: Jetzt wird es nochmal wild. Göttingen versuchte nochmals alles. Lengede war nur noch auf Konter aus. Bei einem dieser Konter wurde ein Spieler direkt an der Strafraumgrenze per Foul gestoppt. Der Schütze des SV Lengede verwandelte den fälligen Freistoß direkt. Damit knickte der 1. SC Göttingen ein und ich beendete das Spiel. Nach dem Spiel bedankten sich der Spielausschuss und Trainer und Spieler beider Mannschaften bei mir. Niemand meckerte über Entscheidungen. Für mich selbst war das Spiel eine große Erfahrung und auch guter Test für die nächste Saison in der Oberliga. Vor so vielen Zuschauern habe ich noch nie ein Spiel gepfiffen. So etwas motiviert und macht natürlich Spaß

BEZIRKSPOKALFINALE 2019 T.GEISMANN
Zeitungsartikel Schiedsrichtermangel 2019 C.Hamka
SPORT KUCK POKALFINALE 2019 M. Schieffer

Zwei Wochen vor dem Spiel erhielt ich von Werner die Anfrage, ob ich das Pokalendspiel um den Sport Kuck Pokal leiten möchte. Darüber habe ich mich riesig gefreut. Ich empfand es als Ehre direkt zum Ende meiner ersten vollständigen Saison als Schiedsrichter (nachdem ich ca. 8 Jahre pausiert hatte) für das Finale angesetzt zu werden. Für mich stand sofort fest, dass ich die Spielleitung übernehmen werde. Vorfreude bereitete mir gemeinsam mit Julian und Leon als Team loszufahren, da ich bereits positive Erfahrungen  in der Saison sammelte. Schließlich sehen sechs Augen mehr als zwei und der Spaßfaktor vor und nach dem Spielen ist umso größer. Bei besten Fußballwetter liefen die Vorbereitungen gut und die Stimmung am Spielfeldrand war positiv. Beide Mannschaften starteten hoch konzentriert und so begann das Spiel. In der ersten halben Stunde entwickelte sich ein faires, ausgeglichenes Spiel. Mit dem 1:0 durch der Reserve des FC Weser nach 30 Minuten und dem direkten Ausgleich der SG Schönhagen/ Sohlingen II nahm die Partie an Fahrt auf. Beide Mannschaften wollten den Führungstreffer vor der Halbzeit erzielen und gaben keinen Meter kampflos her, sodass  zahlreiche Foulspiele und Nicklichkeiten folgten und ich immer häufiger in Spielgeschehen eingriff, um die Gemüter und das Spiel zu beruhigen. Die SG Schönhagen/ Sohlingen konnte den erneuten Rückstand noch vor der Halbzeit durch einen Doppelschlag zur 3:2 Pausenführung drehen. In der Halbzeit stand für uns fest, dass uns eine spannende und möglicherweise "hitzige" zweite Halbzeit bevorsteht. Wir trafen letzte Feinabstimmungen und so begann das Spiel erneut. Angespornt durch die Zuschauer und den schnellen Ausgleich des FC Weser verschärfte sich die Intensität des Spiels beider Kontrahenten.Daraufhin korrigierte ich meine zuvor großzügig ausgelegte Spielleitung und versuchte damit das Spiel immer wieder zu beruhigen. Mit dem Feldverweis gegen die Reserve von SG Schönhagen/ Sohlingen nahm die Partie noch weiter an Fahrt auf und die SG drehte den  zwischenzeitlichen Rückstand in eine 5:4 Führung 12 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit. Zahlreiche Verletzungsunterbrechungen,  Auswechslungen, Tore und das ein oder andere langsamere ausführen von Abstößen oder Freistößen lies mich die Entscheidung treffen eine Nachspielzeit von vier Minuten anzuzeigen.  Durch den Ausgleich in der letzter Sekunde ging das Endspiel ins Elfmeterschießen. Somit gab es nicht nur für die Teams, sondern auch für  uns eine Verlängerung des Endspiels, das wiederum in die Verlängerung des Elfmeterschießens ging und schließlich mit dem FC Weser ihren Sieger fand. Wir waren uns nach dem Spiel darüber einig, dass wir ein spannendes und abwechslungsreiches Spiel erlebt hatten, dass durch zahlreiche Fehler beider Mannschaften zu einem Torfestival avancierte und in dem wir "alle Hände voll" zu tun hatten.  Auf die Leistung meiner beiden Assistenten bin ich stolz. Sie haben ihren Job gut gemacht. Mit meiner Spielleitung bin ich ebenfalls sehr zufrieden und würde mit zwei Tagen Abstand alle Entscheidungen genauso wieder treffen. Die tolle Stimmung der Zuschauer wird mir positiv in Erinnerung bleiben.

FRAUENPOKALFINALE 2019 S. RUEZ

Am 14.06.2019 stand für mich mein persönliches Saisonhighlight an: Gemeinsam mit Christian und Finn durfte ich das diesjährige KSN-Frauen-Kreispokalfinale zwischen der SG Denkershausen/Lagershausen und der FSG Weser/Verna pfeifen. Bereits frühzeitig reisten wir zum Spielort nach Bühle an und wurden dort schon von einigen Schiedsrichterkollegen freundlich in Empfang genommen. Schon bei der Platzbesichtigung waren bereits Fans beider Mannschaften zahlreich vertreten, knapp 300 Zuschauer sorgten mit Fahnen, Musik und Schlachtrufen für ordentlich Stimmung. Vor so einer großen Kulisse habe ich selbst noch nie ein Spiel geleitet, sodass die Anspannung vor dem Anpfiff doch sehr groß war. Umso glücklicher war ich, nicht allein auf dem Platz zu stehen, sondern zum ersten Mal von zwei Assistenten unterstützt zu werden. Mit dem Anpfiff fiel der Startschuss in eine Partie, die zunächst von ihrer Spannung leben sollte. Beiden Mannschaften merkte man deutlich die Nervosität vor dem für sie wichtigsten Spiel der Saison an. In der ersten Halbzeit waren noch kaum nennenswerte Torchancen auf beiden Seiten zu vermerken. Trotzdem war die Stimmung gut, besonders die vielen mitgereisten Fans aus Denkershausen feierten nahezu jede Balleroberung ihrer Spielerinnen. Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste aufgehört hatte: Viele Zweikämpfe im Mittelfeld und Spielerinnen, die um jeden Ball fighteten. Die Partie war aber bemerkenswert fair geführt und ich musste während des gesamten Spiels keine Verwarnungen aussprechen. Einem Lattenschuss der SG Denkershausen/Lagershausen folgten noch einige kleinere Chancen auf beiden Seiten, jedoch konnte keine der beiden Mannschaften in der regulären Spielzeit mehr ein Tor erzielen. Nun sollte es also zum Showdown kommen: Jeweils fünf Schützinnen beider Teams traten zum Elfmeterschießen an. Die SG Denkershausen/Lagershausen begann sichtlich nervös vom Punkt und konnte keinen ihrer ersten beiden Elfmeter verwandeln, sodass die FSG Weser/Verna auf 0:2 davonziehen konnte. Eine Vorentscheidung? Nein! Die Torhüterin der SG Denkershausen/Lagershausen verwandelte den nächsten Elfmeter für ihr Team und konnte sich beim nächsten Schuss erneut auszeichnen und den dritten Treffer für die FSG Weser/Verna verhindern. Nachdem ihre Mannschaftskameradin zum 2:2 ausgeglichen hatte, lag es nun an den Damen von der Weser die erneute Führung zu erzielen. Nervenstark verwandelten sie ihren dritten Elfmeter zum 2:3 und konnten anschließend mitansehen, wie die fünfte Denkershäuser Schützin den Ball über das Tor setzte. Damit ging der Pokalsieg an die FSG Weser/Verna, die dies auch entsprechend feierten. Nach einer stimmungsvollen Siegerehrung konnten wir bei einer leckeren Bratwurst noch ein wenig die Atmosphäre in Bühle genießen, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Bereits auf dem Weg in die Kabine waren wir uns einig: Das hat heute richtig Spaß gemacht! Wir haben das Spiel gut über die Bühne gebracht und dabei die eine oder andere schöne Erfahrung machen können. Auf jeden Fall blicken wir auf einen tollen Pokalabend zurück, der uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird und für mich persönlich das Highlight der Saison 2018/2019 bildet.

ALTHERREN POKALFINALE 2019 W. PANKRATH

Die Ansetzung des Kreispokalfinales der Alten Herren zwischen dem FC Weser und dem FC Auetal, genannt auch "Bergbräu-Cup", durch unseren KSO Werner Dingenthal war für mich eine besondere Ehre und ich habe mich auch sehr darüber gefreut. Nach anfänglichen Umbesetzungsschwierigkeiten hinsichtlich einer meiner Assistenten, war es dann am Freitag, den 21.06.2019, so weit. Meinen Assi 1, den Jungschiedsrichterkameraden Mathes Eggers, habe ich wie vereinbart um 17.10 Uhr an der Bushaltestelle in Großenrode abgeholt, so dass wir frühzeitig dann in Uslar unseren zweiten Assistenten Began Krasniqi begrüßen konnten, der ja in Uslar seinen Wohnsitz hat. An der Einfahrt oberhalb des Uslarer Sportplatzes hatte  extra der Sportkamerad Homes sen. mir einen Parkplatz auf seinem Grundstück reserviert und auf der Einfahrt ein Schild aufgestellt mit den Worten:"Hier parkt nur Herr Pankrath". Er empfing uns freudestrahlend am Eingang. Ich muss dazu sagen, dass wir uns schon seit etlichen Jahren kennen, und ich dieses tolle Engagement von ihm zu würdigen weiß. Leider habe ich vergessen, ein Foto von diesem Schild zu machen, aber eine Schilderung davon ist es mir dennoch wert. Nachdem ich mich mit meinen beiden Assistenten Mathes und Began in der Kabine besprochen und die Passkontrollen durchgeführt hatten, begrüßte uns noch der Staffelleiter und Pokalspielleiter Bergbräu-Cup Stefan Müller und wünschte uns ein faires und schönes Spiel. So, waren alle bereit bei bestem Fußballwetter und vor ca. 300 Zuschauern ein würdiges Pokalspiel abzuliefern. Beide Mannschaften und das Schiedsrichtergespann gingen bis knapp zur Mittellinie und stellten sich wie in der Bundesliga;-)den Zuschauern vor. Nach dem Shakhands beider Mannschaften und der Platzwahl konnte ich die Begegnung pünktlich um 18.30 Uhr anpfeifen. Sofort übernahm der FC Weser die Initiative und erzielte bereits in der 8. Min. das 1:0 für den FC Weser durch ihre Nr. 7 Steven Grossmann. Der FC Auetal wurde weiter in die Devensive gedrängt und schon war es in der 11. Min. wieder passiert. Die Nr. 6 , Mario Treppschuh, erhöhte auf 2:0 für den FC Weser. Nun wurde das Spiel etwas gleichwertiger und der FC Auetal hielt gut dagegen. Aber bis zur Pause tat sich nichts mehr und beide Teams suchten sich auf dem Platz ein schattiges Plätzchen. Wir "Drei" ließen es uns aber nicht nehmen , den schwierigen Treppenstufenaufgang in die Kabine zum Pausentee zu nehmen. Ich als Schiedsrichter und meine beiden Assistenten hatten im ersten Spielabschnitt überhaupt keine Mühe, dem fairen Spiel zu folgen und freuten uns schon auf die zweiten 30 Minuten. Hier sollte es dann etwas griffiger werden, denn nach dem sofortigen 3:0 nach Wiederanspfiff in der 31. Min. durch die Nr. 11 des FC Weser, Sebastian Hennecke, häuften sich die Regelwidrigkeiten etwas, ohne dabei aber übermässig unsportlich zu werden. Aber in der 41. Min.
verkürzten die Autetaler durch einen verwandelten Foulstrafstoß durch ihre Nr. 5, Björn Schneidenbachauf 1:3. Jetzt witterte der FC Auetal noch seine Chance, das Spiel zu drehen. Aber die  überhasteten Angriffe forderten ihren Tribut bei den hochsommerlichen Temperaturen. Die Vorentscheidung dieses Spiels war dann eine knifflige Situation in der 47. Min. Die Nr. 11 des FC Weser erlief sich einen Steilpass und drang auf der rechten Seite in den Strafraum von Auetal ein und wurde vom Gegenspieler leicht am Hacken tuschiert und kam zu Fall. Mein Assistent Began lief auch sofort Richtung Eckfahne und gab mir kurz ein Zeichen, dass ich richtig entschieden hätte. Das wollten einige Auetaler so nicht wahrhaben und meckerten pausenlos auf mich ein. Auch nach dem verwandelten Foulstrafstoß zum 4:1 durch den FC Weser durch ihre Nr. 12, Falk von der Crone, ließ der Sportkamerad Nicky Cludius, FC Auetal, nicht locker und meckerte sich  zu der einzigen Verwarnung seiner Mannschaft in diesem Spiel. Zu bemerken sei noch, dass auch der FC Weser, in der 60. Min. mit nur  einer "Gelben" durch ihren 14-ner Janis Hasenkopf wegen Fußvergehen davonkam. Wie gesagt, die Hitze zollte ihren Tribut, das Spiel war entschieden und die Tore zum 5:1 (Nr. 12, von der Crone) 6:1 (Nr. 7, Steven Grossmann) fielen dann zwangsläufig. Marc Bickmeyer vom FC Auetal setzte mit dem zweiten Tor zum 2:6 Endstand in der 60.+3 den Schlusspunkt dieser Partie. Nach dem Schlusspfiff fand sofort auf dem Platz durch  Pokalspielleiter Stefan Müller die Siegerehrung statt. Er betonte, dass mit dem FC Weser am heutigen Tag der verdiente Sieger dieses Wettbewerbs gefunden wurde. Auch die Auetaler, die mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft antreten mussten, waren dennoch mit ihrem Abschneiden im Großen und Ganzen zufrieden und gratulierten dem FC Weser zum Pokalerfolg. Mein Fazit als Schiedsrichter dieser Partie möchte ich auch noch loswerden. Meine beiden Assistenten Mathes und Began waren mir ausgezeichnete und fehlerfreie Helfer. Mathes hat die Auswechselungen ganz famos abgewickelt und war im ganzen Spiel sehr aufmerksam, so dass überhaupt keine Unmutsäußerungen von Spielern oder von den Bänken aufkamen. Als Bezirksbeobachter sage ich dazu: Weiter so, aus ihm kann was werden! Began hatte es auf seiner Seite nicht ganz leicht, weil seine Ohren durch die Weser-Fans durch das Megafongetöse doch sehr in Anspruch genommen wurden. Aber auch das hat Began bravourös gelöst, indem vor dem "Trötenmann" einen Meter weiter auf dem Platz gelaufen ist. Das Problem war damit ebenfalls erledigt, wie auch seine immer hundertprozentigen Abseitsentscheidungen. Auch er war ein sicherer, fehlerfreier Helfer an der Linie, so dass ich festhalten möchte: "Es hat richtig Spaß gemacht an diesem Sommerabend mit den Beiden!" Nach dem Spiel gab es für uns noch ein kühles Getränk sowie ein leckeres Bratwürstchen, was wir sehr genossen haben. Danach musste ich ja noch meinen tüchtigen Assi 1, Mathes, nach Großenrode bringen. Wir wurden recht herzlich von meinem Parkplatzhalter, Ernst Homes, verabschiedet. So kurz nach 21.00 Uhr habe ich Mathes gesund und munter zu Hause wieder abgeliefert und  mich auf den Heimweg  nach Sievershausen gemacht. " Auch wenn ich als Schiedsrichter in meiner langjährigen Laufbahn viele Erlebnisse hatte, war auch dieses Spiel in Uslar wieder eines der besonderen Art. Manche Namen der beteiligten Spieler vom heutigen Spiel kommen mir sehr bekannt vor. Denn da sind einige Spieler dabei gewesen, die  mich schon als C-Jugendspieler  als Schiedsrichter ertragen mussten. Wie doch die Zeit vergeht!"

A-JGD. POKALFINALE 2019 F. HartMANN

In dieser Saison hatte ich die Ehre das A- Jugend Pokalfinale zu leiten, welches gleichzeitig mein erstes Spiel mit Assistenten war. Als ich die Ansetzung für das Pokalfinale gesehen habe, bin ich zuerst davon ausgegangen, als Assistent dabei zu sein. Ich habe dann jedoch gesehen, dass ich als Schiedsrichter angesetzt war und selbst mit Assistenten pfeifen durfte. Ich war zunächst überrascht über die Entscheidung, habe mich aber gleichzeitig riesig über die Ansetzung und das Vertrauen gefreut. Am Tag des Spiels war die Nervosität dann am höchsten. Ich habe meine Assistenten abgeholt und bin mit ihnen zum Spielort nach Willershausen gefahren. Dort angekommen konnten wir uns gleich mit den Trainern von Einbeck und Bad Gandersheim unterhalten. Nach einem kurzen Plausch ging es für uns in die Kabine. Anschließend hieß es: Platzbesichtigung und Passkontrolle. Die Vorbesprechung haben wir aufgrund der warmen Temperaturen und wenig Schatten am Platz in der Kabine durchgeführt. Die Zeit verging sehr schnell und ehe ich mich versah, waren es nur noch 10 Minuten bis zum Anpfiff. Wir machten uns auf den Weg zum Platz und beim Einlaufen mit den Mannschaften schoss das Adrenalin nochmal durch den Körper. Mit dem Anpfiff war die größte Aufregung dann aber verflogen, jetzt war Konzentration gefordert, um das Spiel fehlerfrei zu leiten! Es hat nicht lange gedauert, bis es das erste Mal zu einer Abseitssituation kam und ich gemerkt habe, wie schön es ist, Assistenten zu haben, die einen auf dem Platz unterstützen. Nach gut 20 Minuten fiel das 0:1 für Einbeck und ich war gespannt, ob das Spiel, das bis dahin sehr fair ablief, jetzt etwas härter wird. Jedoch spielten beide Mannschaften nicht überhart, was dazu führte, dass ich keine Schwierigkeiten bei der Leitung bekam. In der 58. Minute fiel schließlich das 0:2. Die Mannschaften spielten das Spiel in den letzten Minuten fair zu Ende. Die SVG Einbeck konnte noch einen Treffer zum 0:3 Endstand erzielen. Schlussendlich nehme ich nur positive Eindrücke und Erfahrungen aus diesem Pokalfinale mit. Vor allem die Erfahrung mit Assistenten zu pfeifen war für mich persönlich die schönste an diesem Tag. Die 90 Minuten vergingen wie im Flug. Es hat riesig Spaß gemacht dieses Spiel zu leiten und ich bin glücklich darüber, dass ich die Chance dazu bekommen habe.

B-JGD. POKALFINALE 2019 L. Alleke

Eigentlich war ich mich am Freitag vor dem Pokalfinale schon in der Schiedsrichtersommerpause. Doch dann kam die Ansetzung für das B-Jugend Pokalfinale, da der vorgesehene Schiedsrichter erkrankt war. Ich habe mich über die Ehre ein Pokalfinale pfeifen zu dürfen sehr gefreut. Vor allem das erste Spiel mit Assistenten (Jan und Finn Heipel) zu pfeifen hat mir große Vorfreude bereitet. Und um das vorweg zu nehmen sie wurde nicht enttäuscht. Im Pokalfinale trafen die JSG Markoldendorf/Elfas und die JSG Auetal-Altes Amt in Willershausen aufeinander. Die Kulisse in Willershausen war schon von dem A-Jugend Finale erprobt und wie erwartet gut, wozu auch die zahlreichen „Auswärtsfans“ aus Markoldendorf beitrugen. Spätestens beim Erklingen der Nationalhymne nach dem Auflauf waren alle Anwesenden auf das Spiel gespannt. Das Spiel war Anfangs etwas ruppig, aber fair. Man hat den Spielern angemerkt, dass sie vor dem Spiel ordentlich heiß gemacht wurden. Bereits in der 7. Minute erzielte Markoldendorf das bis dahin verdiente 1:0, welches nur 10 Minuten später wieder ausgeglichen wurde.Mit diesem Spielstand ging es auch in die zweite Halbzeit, in der die Auetaler aufdrehten und mit 3:1 in Führung gingen. Am Schluss kam Markoldendorf noch einmal auf 2:3 dran und wir hatten eine spannende vier-minütige Nachspielzeit mit einer Zeitstrafe und viel Kampf. Während des Spiels wurde mir der Luxus zwei super Linienrichter zu haben immer wieder bewusst, ich konnte mich auf die Zweikämpfe und den Umgang mit den Spielern konzentrieren, was grade in der hitzigen Phase eines Endspieles goldwert ist. Allem in allem hatten wir auf und neben den Platz eine Menge Spaß!

C-JGD. POKALFINALE 2019 J.-o.HEIPEL

Am 21.06.2019 durfte ich das diesjährige KSN- C-Jugend-Kreispokalfinale zwischen der SVG Einbeck und dem SV Höckelheim leiten. Höckelheim ging als Favorit in die Partie, da sie eine Liga höher spielen, als Einbeck und am Wochenende zuvor nur ganz knapp den Meistertitel in der Kreisliga verpasst hatten. Zusätzlich hatte der SV Höckelheim auch noch den Heimvorteil auf seiner Seite, da das Endspiel dieses Jahr vom SV Höckelheim ausgerichtet wurde. Als ich am Spielort in Höckelheim ankam waren bereits zahlreiche Fans des SV Höckelheim vor Ort, die während des Spiels ihr Team mit Trommeln und Tröten lautstark unterstützten. Ich unterhielt mich kurz mit den Trainern beider Mannschaften und machte die Platzkontrolle, bevor ich in die Kabine ging, um mich umzuziehen und die Pässe beider Mannschaften zu kontrollieren. Dann war es auch schon soweit und das Spiel ging los. Zu Beginn des Spiels merkte man beiden Mannschaften eine gewisse Nervosität an. Es gab viele Fehlpässe und der Ballbesitz wechselte häufig. Nach ein paar Minuten fingen sich die Höckelheimer jedoch und wurden zunehmend spielbestimmender, ohne sich jedoch klare Torchancen herausspielen zu können. Der SV Höckelheim hatte sehr viel Ballbesitz und versuchte Einbeck durch schnelles Kombinationsspiel tief in die eigene Hälfte zu drängen. Höckelheim fehlten jedoch Ideen, um die tiefstehende Abwehr der Einbecker zu überwinden, diese lauerten auf Kontermöglichkeiten, die sie jedoch nur sehr selten bekamen. Wenn Einbeck dann doch mal die Gelegenheit hatte zu kontern, war leider auch schon knapp hinter der Mittellinie Endstation.  So ging es ohne Tore in die Halbzeitpause. In der zweiten Halbzeit wirkte Höckelheim von Beginn an viel zielstrebiger und erhöhte zunehmend den Druck auf die Abwehr der Einbecker. Folgerichtig viel in der 40. Spielminute auch das verdiente 1:0 für den SV Höckelheim. Die Freude war riesig und man merkte den Spielern die Befreiung nach dem Führungstor an. Höckelheim machte weiter Druck und erhöhte in der 51. Minute auf 2:0. Einbeck hatte jetzt nicht mehr viel entgegenzusetzen und kassierte nur kurze Zeit später, in der 53. Spielminute das dritte Gegentor. Spätestens jetzt war das Spiel entschieden. Kurz vor dem Ende schoss die SVG Einbeck bedauernder Weise noch ein Eigentor. Am Ende nutzte der SV Höckelheim den Heimvorteil und gewann das diesjährige C-Jugend-Kreispokalfinale, dem Spielverlauf nach verdient mit 4:0 gegen die SVG Einbeck. Das Spiel war insgesamt sehr fair, sodass ich keine einzige gelbe Karte zeigen musste. Nach der Siegerehrung, vorgenommen durch Staffelleiter Stephan Schamuhn, habe ich noch eine leckere Krakauer und ein kühles Getränk zu mir genommen, bevor ich mich anschließend auf den Heimweg machte. Das Spiel hat mir sehr viel Spaß gemacht und es war eine schöne Erfahrung, vor so einer tollen Kulisse ein Spiel leiten zu dürfen.

AUFSTIEGsSPIEL KREISLIGA 2019 R.GUtekunst

Auf der Zugfahrt zur Arbeit erhielt ich irgendwann Mitte Mai von Kreisansetzer Alexander Kleimann eine Schiedsrichteransetzung. Das ist nicht ungewöhnlich, Alex setzt jeweils morgens an. Als ich dann die Ansetzungsmail öffnete, war ich dann doch überrascht zu lesen, dass ich Gandersheim gegen Elfas am letzten Spieltag leiten sollte. Das Duell, was wahrscheinlich den Aufstieg in die Kreisliga entscheiden würde. Meist pfeifen solche Spiele zurecht unsere höherklassigen Schiedsrichter.  Ich freute mich sehr. Sofort schaute ich in die Tabelle, ja, ein Spitzenspiel! Aber es waren noch drei Spieltage zu spielen, mal sehen ob die Konstellation zu bliebe – locker bleiben!  Schon längere Zeit im Vorfeld dieser Ansetzung hatte ich den Entschluss reifen lassen, als aktiver Schiedsrichter aufzuhören und mich auf Coaching und Beobachtung im Schiedsrichterwesen zu fokussieren. Nun war der Moment gekommen und ich informierte meinen KSA, dass das Spitzenspiel mein letztes Spiel als aktiver Schiedsrichter werden sollte. Die Reaktionen waren sehr positiv und respektvoll und ich behielt die Ansetzung! Dafür bin ich sehr dankbar gewesen. Aber bei allem Respekt für einen Schiedsrichter, darum geht es nicht. Es geht für die Teams um den Aufstieg in die Kreisliga, zwei Mannschaften, die sich über die gesamte Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatten und die Liga dominierten. Und so blieb es bis zum letzten Spieltag. Der möglichst geeignetste und natürlich auch verfügbare Schiedsrichter muss angesetzt werden. Die Spielvorbereitung setzte ein. Gandersheim hatte ich bereits in der laufenden Saison dreimal gepfiffen, in Hils-Selter zu Saisonbeginn eine Niederlage, gegen Kreiensen/Greene im Derby im Herbst mit einem knappen 1:0 Sieg und im April beim 9:0 Kantersieg gegen Lauenberg im Dauerregen. Ich kannte die Mannschaft gut und die Mannschaft kannte meine Eigenarten. Im Grundsatz eine gute Voraussetzung, wenn man seine Schwächen und Stärken gegenseitig kennt.Aber was war mit Elfas? Ich überlegte, ja, vor knapp drei Jahren leitete ich das Team zuletzt beim Sollingderby in Hilwartshausen – ein problemloses Spiel. Ja, und bei der Spielbeobachtung von Jan Wüstefeld bei Sülbeck/Immensen 2 gegen Elfas, hatte ich die Mannschaft vor wenigen Wochen erlebt, wie sie aus einem 0:2 Rückstand noch zum einem 3:2 Sieg kam. Also ich „kannte“ beide Teams aus nicht lange her gewesenen Kontakten. Eine gute Voraussetzung für die Vorbereitung auf dieses wichtige Spiel. Als sich abzeichnete, dass die enge Konstellation auch zum Saisonfinale bestehen bleiben würde, rumorte es im Hintergrund. Beim Staffelleiter gingen Wünsche zur Schiedsrichteransetzung ein und ich überlegte kurz, ob ich der Aufgabe bei meinen aktuell begrenzten konditionellen Möglichkeiten gewachsen sein würde. Mental und von meinen Fähigkeiten in der Spielführung und Kontrolle, nein, da hatte ich keine Zweifel. Bei meinem vorletzten Spielauftrag in Mackensen in der gleichen Liga traf ich zwei Wochen vor dem Spiel Staffelleiter Jörg Henne. „Roland, Gandersheim will Assistenten!“ Ich antwortete spontan: „Jörg, dann machen wir es mit Assistenten!“.  Ich informierte umgehend meinen KSA und hörte dann eine Woche wenig.  Am Freitag darauf bin ich dann zur heimischen Kreisleistungsprüfung nach Dassel gefahren, um meine theoretische Leistungsprüfung für die neue Saison zu absolvieren, da ich ja weiterhin als Coach und Beobachter tätig bleiben möchte. Sofort beim Eintreffen teilte mir KSO Werner Dingenthal mit, dass die Spielleitung in Gandersheim mit Assistenten erfolgen darf und Sina Luisa Ruez und Christian Eulenstein dafür vorgesehen sind. Was für eine tolle Nachricht, mein letztes Spiel als Gespannspielleitung. Sina und Christian wussten schon Bescheid und wir verabredeten uns für den Spieltag für eine Stunde vor dem Spiel. Erste Trikotfragen wurden besprochen und das Thema, wer die Fahnen mitbringt.  Und so fuhr ich zufrieden heimwärts, machte mir aber sofort veränderte Gedanken zur Spielvorbereitung. Mit Assistenten leiten zu können, erleichtert im Bereich Abseits und Management bei Auswechslungen sowie im Umgang mit den Trainerbereichen einiges. Aber ich muss auch mein Stellungsspiel anpassen. Flexible Diagonale heißt das Zauberwort, damit das Spiel stets zwischen mir und dem jeweiligen Assistenten in Angriffsrichtung ablaufen kann. Dafür muss ich nicht zwingend ständig sprinten, um Abseits gut beurteilen zu können, sondern kann mich viel besser um das Spielmanagement kümmern. Zweikampfbeurteilung, Spielfluss fördern, Kommunikation mit den Spielern, Regeln Geltung verschaffen, ggf. persönlich durchgreifen, Spiel im Griff behalten, das werden jetzt meine Schwerpunkte – und das wichtigste, gut im Team harmonieren, darum geht es, eine erfolgreiche Teamleistung abliefern! Die Woche vor dem Spiel verging wie im Flug. Ich versorgte mich mit allerlei Informationen zu meinem Spielauftrag: Zeitungsberichte, WhatsApp-Informationen, Plakate in der Austragungsstadt, Anreise der Gäste mit Bussen – ich begann nun diese Dinge komplett auszublenden und mich auf die Fakten zu konzentrieren. Gandersheim braucht einen Sieg zur Meisterschaft, Elfas reicht ein Punkt. Das waren die Fakten, alles andere war unwichtig. Unwichtig ist auch, dass es mein Abschiedsspiel sein wird. Wichtig ist eine gute Performance, das Schiedsrichterteam ist nicht die Hauptsache, wir begleiten das Spiel nur und das beste Feedback wäre, wenn über den Schiedsrichter in der Nachbetrachtung nicht diskutiert werden muss. Das war jetzt unser Auftrag! Am Spieltag sollte es morgens ein Gewitter geben. Aber das Gewitter kam nicht. Ich plane die Abläufe gern konsequent durch. Morgens hatte ich meine Tasche zum letzten Mal gepackt und Verpflegung besorgt. Wasser, Multi-Vitamin-Saft, Bananen, Kekse. Gegen Mittag war bei mir Ausruhen angesagt, das Spiel war spät…17 Uhr, Zeit für einen Mittagsschlaf 90 Minuten Ruhe, Entspannung und dann vollste Konzentration, Fokussierung, Abläufe im Automatismus – gut 1000 Spielaufträge liegen hinter mir, viel Routine, heute aber mit großer Vorfreude, aber auch mit Anspannung. Um 15:30 Uhr fahren wir los – Tochter Carolin begleitet mich – und um 16 Uhr treffen wir pünktlich im Stadion auf Sina und Christian, sie sind schon da, prima! Es kann losgehen. Wir richten unsere Kabine ein, dann Platzbesichtigung, Begrüßung der Mannschaften, Besprechung der Regularien, kurze Absprache im SR-Team. Christian ist ein erfahrener Oberliga-Assistent, wir kennen uns lange und gut. Er wird als Assistent 1 agieren. Auch Sina ist schon erfahren, wir kennen uns aber nur flüchtig. Die beiden strahlen eine große Ruhe auf mich aus, es ist ein gutes Teamgefühl. Während die beiden sich schonmal umziehen, mache ich die Pass-Kontrolle früher als sonst 35 Minuten vor dem Spiel. Die Atmosphäre ist freundschaftlich, Anspannung ist aber auf allen Seiten spürbar. 200 Zuschauer sind schon da…- ungewöhnlich, zu Spielbeginn werden es gut 500 Zuschauer sein, eine tolle Atmosphäre. Dann ziehe ich mich um, verhältnismäßig spät, aber ich werde pünktlich fertig. Auf ein Aufwärmprogramm auf dem Platz verzichte ich, weil ich das seit Jahren schon eingestellt habe. Massageöl und ein paar kurze Dehnübungen und Minzöl für eine frei Nase – das muss reichen! Noch 8 Minuten. Wir gehen raus, meine Nervosität legt sich langsam. Ich pfeife laut und lange in den Kabinentrakt hinein, damit die Teams pünktlich erscheinen. Ich möchte die Anstoßzeit einhalten! Carolin hat den Spielball in der Hand und führt das SR-Trio im Schlepptau und die Mannschaften zum Mittelpunkt – die Zuschauer machen eine tolle Stimmung. Nach dem Begrüßungsritual gibt mir Carolin einen Kuss und läuft freudig vom Platz. Ab jetzt läuft alles automatisch ab. Seitenwahl, Notiz, wer Anstoß hat, Shakehands mit Sina und Christian, wir wünschen uns ein gutes Spiel und gehen in Stellung. Sina und Christian weisen die Trainerbereiche zurecht. Im Kreis dürfen die Trainerbereiche auf je einer Seite postiert sein, somit sind meine beiden Assistenten eigentlich beide SRA 1 – im Bezirk ist das anders. Die Mannschaften sind soweit. Ich gebe Sina und Christian das Zeichen, dass ich gleich anpfeifen werde und dann geht es mit einem sehr lauten und langen Anpfiff los, das hat schonmal geklappt. Das Spiel beginnt anständig und ich übe mich vorerst in der guten Blickverbindung zu meinen Assistenten. Das funktioniert prima. Wir geben uns regelmäßig auch außerhalb der vorgeschriebenen Signale unauffällig Zeichen, es läuft. Ansonsten sind wir im Grundsatz mit unseren Entscheidungen stets akzeptiert, es macht Spaß im Gespann zu leiten. Die erste halbe Stunde verläuft ausgeglichen. Nach dem 0:1 wird es etwas unfairer im Zweikampfverhalten und ich entscheide mich vor der Pause für zwei Verwarnungen. Passt! Halbzeit. Wir vergleichen die Karten und die Nr. und die Minute des Tores und stellen fest, dass es ganz gut läuft. Ich äußere meine Zufriedenheit mit der Teamarbeit und dass wir so weitermachen wollen und jetzt schauen müssen, wie Gandersheim wieder zurück ins Spiel kommt. Sie brauchen jetzt mindestens zwei Tore. Also wieder vollste Konzentration. Die zweite Halbzeit wird dann von Elfas dominiert, Gandersheim kassiert nach einer Stunde das 0:2 und kommt nicht mehr zurück ins Spiel. Ich muss jetzt aufpassen, Fouls häufen sich, ich greife jetzt auch konsequent mit Karten durch. Das Spiel bleibt im Rahmen. Zwei Fahnen von Sina sehe ich sehr spät, darüber ärgere ich mich sehr, aber sie ist sehr standhaft und hält das Signal, bis ich soweit bin. Außenstehende merken davon wahrscheinlich wenig, ich ärgere mich trotzdem. Es gibt jetzt mehr Spielunterbrechungen, Behandlungspausen und Auswechslungen. Wir bleiben aber bis zum Schluss „Herr der Lage“ und ich entscheide mich trotz des Spielstandes für vier Minuten Nachspielzeit. Ach, und die Trinkpause im zweiten Durchgang hätte ich fast vergessen, wenn mir Christian nicht ein Zeichen dazu gegeben hätte. Dann ist es soweit ich pfeife laut und kräftig ab, die Zuschauer der Gäste stürmen den Platz und feiern ihr Team und Carolin flitzt zu mir und drückt mich. Es ist geschafft! Ich bedanke mich auf dem Platz bei Sina und Christian für die ausgezeichnete Unterstützung – eine erfolgreiche Spielleitung, das Schiedsrichterteam ist nach dem Spiel kein Thema, genauso wie ich es mir für mein letztes Spiel gewünscht hatte.  Dann werden wir zur Siegerehrung aus der Kabine zurückgerufen, wir erhalten von der unterlegenen Heimmannschaft ein Präsent – eine Geste, über die wir uns sehr gefreut haben. Insgesamt bleibt für mich ein unvergessliches und anständiges Spiel im Kampf um die Meisterschaft mit zwei tollen Assistenten vor einer großen Zuschauerkulisse in dankbarer Erinnerung – ein toller Spielauftrag!

Jungschiedsrichterturnier 2019 C.Eulenstein

Im NFV Kreis Göttingen-Osterode wurde bereits zum 37. Mal das Jungschiedsrichter-Turnier des Niedersächsischen Fußball Verbandes ausgetragen. Das Turnier des Schiedsrichter-Nachwuchses  ist eine traditionelle Veranstaltung und ein hervorragendes Instrument um junge Menschen an das Schiedsrichterwesen zu binden. Zum einen können die jungen Frauen und Männer unter Beweis stellen, dass sie nicht nur das Regelwerk beherrschen sondern neben Fingerspitzengefühl auch Ballgefühl besitzen, zum anderen ist dies eine hervorragende Möglichkeit um andere SR aus dem gesamten Landesverband kennenzulernen. Bei dem zweitägigen Jungschiedsrichter-Turnier in Göttingen, Duderstadt, Hann. Münden, und Gleichen-Diemarden waren rund 400 aktive Jungschiedsrichterinnen und Jungschiedsrichter aus 31 Kreisen und allen 4 Bezirken des NFV am Ball. Nach einem gesellschaftlichen Abend trat die Delegation aus Northeim-Einbeck in Hann. Münden gegen die NFV Kreise Kreise Holzminden, Osnabrück-Land, Osnabrück-Stadt, Hildesheim und Heide-Wendland I an. Das erste Spiel gegen Hildesheim verloren die Jungschiedsrichter aus dem Northeimer Kreis mit 1:3 Toren. Mathes Eggers erzielte kurz vor Schluss den Anschlusstreffer für die von Christian Eulenstein und Sina Ruez betreuten Nachwuchstalente. Auch im zweiten Spiel mussten die Jungschiedsrichter einem Rückstand hinterherlaufen, zu zögerlich und ohne Mut spielten sie in den Anfangsminuten dieser Partie. Erst nach dem 0:3 Rückstand besinnten sich die jungen Schiedsrichter auf ihre Stärken und zeigten ihre fussballerische Finesse gegen die Kicker aus Osnabrück. Jedoch konnte Bennet Zieker mit zwei Toren nur noch zum 2:3 verkürzen, ehe die Schlusssirene ertönte. Im dritten Spiel gegen den NFV Kreis Holzminden fanden die Jungschiedsrichter ins Turnier und sicherten sich mit einem 3:1 Erfolg die ersten Punkte im Turnierverlauf. Erneut erzielte Bennet Zieker einen Doppelpack zur souveränen 2:0 Führung, die bis in die Schlussminute Bestand hielt. In einer hektischen Schlussminute sorgte Elias Springer mit einem sehenswerten Treffer für die Entscheidung. Das Spiel gegen den NFV Kreis Heide-Wendland bestritten zwei Mannschaften auf Augenhöhe, wobei ein Chancenplus für die Schiedsrichter aus der Rhumestadt bestand. Jedoch fanden zwei Schüsse durch Maurice Nockenberg und Lucas Roloff nicht den Weg ins erhoffte Glück. Das entscheidende Spiel um den Einzug in die Endspielrunde und damit um den Titel der besten Jungschiedsrichter-Mannschaft aus Niedersachsen zu spielen, fand gegen Osnabrück-Stadt statt. Rechnerisch stellte sich vor dem Spiel die Herausforderung, Osnabrück-Stadt zu bezwingen um noch auf den dritten Platz in der Vorrunde zu springen. Zur Qualifizierung als einer der besten Gruppendritten musste im letzten Spiel mit 4 Toren Unterschied gewonnen werden. Mit dieser Mammutaufgabe im Gepäck spielten sich die Jungschiedsrichter rasch eine 2:0 Führung durch Doppeltorschützen Lennart Probst heraus. Man glaubte an das Wunder und der ersten Teilnahme an der Endspielrunde seit vielen Jahren. Getragen von der Euphorie erzielte Mathes Eggers etwa 5 Minuten vor dem Ende das 3:0. Nun war die Sensation zum Greifen nahe. Unterstützt von den lauten Zurufen der Hallenzuschauer: „Wir sind alle Northeimer Jungs!“, setzte Moritz Höltje den Ball an den Pfosten. Die Emotionen kochten über, als Lennart Probst im Anschluss das 4:0 markierte. Es konnten sich weder Trainer auf der Bank noch Zuschauer auf den Rängen halten. Es galt die letzten zwei Minuten zu überstehen und damit den Traum vom Weiterkommen zu verwirklichen. Dank des Abwehrtrios um Niklas Blaszkowski, Henrik Traupe und Torfrau Lisa Idahl gelang der nicht für möglich gehaltene Triumph. Spieler und Betreuerteam lagen sich in den Armen und jubelten ausgelassen. Auf dem Weg in die Kabine erreichte uns die Nachricht, dass eine Vorrunde mit fünf statt sechs Mannschaften gespielt wurde und dadurch das Spiel gegen den Gruppenletzten in den Sechser-Vorrunden gestrichen wurde. Diese Information verschob das Tableau zum Nachteil der Northeimer Schiedsrichter, sodass die Mannschaft um Kapitän Henrik Traupe nun doch nur als Zuschauer in die Endspielhalle fuhr. Die Enttäuschung war riesig, nichtsdestotrotz waren sich die Jungschiedsrichter aus Northeim einig, dass sie eine Menge Spaß und bei einem tollen Turnier teilgenommen haben. Der Dank gilt dem Kreis Göttingen-Osterode für die hervorragende Organisation, Vorbereitung und Durchführung des Turniers. Herzlichen Glückwunsch an den NFV Kreis Region Hannover, der sich im Finale gegen den NFV Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst die Krone der Niedersächsischen Jungschiedsrichter aufsetzen konnte.

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